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N E U E S S E R V I C E G E B Ä U D E ! Die beinahe unendliche Geschichte ...
Die Geschichte drohte schon zu einer unendlichen zu werden, denn der Weg vom Wunsch bis hin zur Wirklichkeit glich einem Hindernisrennen durch die Instanzen. „Wann geht's denn endlich los?“
Diese Frage mussten sich die Verantwortlichen fast ein Jahrzehnt lang gefallen lassen, was dazu führte, dass man sich mitunter kaum mehr in die Vereinsgaststätte traute, um am Stammtisch nicht mit dem Vorwurf der Untätigkeit oder gar der Unfähigkeit konfrontiert zu werden. Tatsächlich hat es aber auch verdammt viel Zeit gebraucht, ehe der Nagel mit Kopf geschmiedet war. Als Dr. Klaus Dornbusch im Jahr 2002 den Vorsitz des Sportvereins übernahm, war einer seiner ersten Ortstermine am Fußballplatz. Er wollte sich mit seinen Stellvertretern u. a. ein Bild über den Zustand der Duschen und Umkleiden machen. Ihm war schnell klar, dass der Ist-Zustand kein Dauer-Zustand bleiben kann und forderte die Fußballabteilung dazu auf, Vorschläge einzubringen, um die Situation zu verbessern. Die 1976 errichteten Räumlichkeiten waren für die drei Senioren- und sechs Jugendmannschaften nicht nur zu klein geworden, sie waren auch gezeichnet von der intensiven Nutzung. Klar, dass bei etwa 100 Heimspielen und 200 Trainingstagen pro Jahr der Verschleiß auch sichtbar wird. Dass der dringende Bedarf bestand, die Verhältnisse zu verbessern, war keine Frage. Übrigens auch bei Dornbuschs Vorgänger Kurt Schreck nicht, unter dessen Vorsitz die ersten Schritte eingeleitet worden waren. Im Oktober 2000 wurde von Schreck ein erster Zuschussantrag an den BLSV nach München geschickt, um eine so genannte Vorantrags-Nummer zu erhalten und bei der Zuwendung von Staatsmitteln für den Sportstättenbau berücksichtigt zu werden. Schreck war aktiv geworden, nachdem Fußballabteilungsleiter Erwin Partes am 14. März 1999 in der Generalversammlung als Anliegen für die kommenden Jahre vorgebracht hatte: „Duschen und Häuschen sanieren oder eventuell Neubau auf der Spitze!“ Die „Spitze“ ist jenes dreieckige Gelände, auf dem der Neubau nun realisiert wurde. Doch bis dahin verging noch Zeit, viel Zeit, in der heftig über den Standort diskutiert wurde. Vorübergehend geriet die „Spitze“ völlig in Vergessenheit. Favorisiert wurde vielmehr eine Lösung gegenüber von ihr, also am alten Standort. Dafür sprach die Nähe der Vereinsgaststätte und die Nähe der Festhalle (wg. div. vorhandener Anschlüsse wie Strom, Heizung etc.). Es wurde gar ins Auge gefasst, die Vereinsgaststätte komplett aufzustocken und gleichzeitig mit zu sanieren. Doch alleine schon der Kostenvoranschlag von 600 000 DM (ohne Eigenleistungen) schreckte ab. „Da könnt ihr gleich alles wegschieb' und neu bau“, hieß es – nicht zu unrecht. Es kamen Gedanken auf, den Durchgang zwischen Tennisplatz und Sportplatz für einen Neubau vorzusehen und die Tennisabteilung als Mitbenutzer einzubinden. Doch die räumliche Enge sprach dagegen. Dass es zu Konflikten wegen der Lärmbelästigung bei gleichzeitigen Fußball- und Tennisspielen kommen könnte, war zudem zu befürchten. Dieser Plan wurde ebenso zur Makulatur wie jene Vorschläge, auf der Laufbahn entlang des Sportplatzes ein Gebäude zu erstellen oder den Bolzplatz an der Stirnseite zu bebauen. Bei allen Planungen in der Nähe der Festhalle war eines zu berücksichtigen: Der Brandschutz musste gewährleistet sein, sprich: die Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste zur Halle mussten erhalten bleiben. Deshalb erschien es auch schwierig, die alten Umkleiden aufzustocken und mittels einer Brücke einen Übergang zum Sportplatz zu schaffen. Es sprach einiges für, aber vieles gegen einen Bau am alten Standort. Die „Spitze“ kam wieder ins Gespräch. Und zwar erst recht, nachdem Architekt Georg Redelbach aus Marktheidenfeld die örtlichen Gegebenheiten aus neutraler Sicht in Augenschein genommen hatte. „Ein Sportheim gehört zum Sportplatz“, so sein Credo, die „Spitze“ sei ja geradezu geschaffen für das Projekt. Seine klare Aussage bestärkte die Verantwortlichen, einen Neubau an der empfohlenen Stelle anzustreben. Eine Bauvoranfrage bei der Gemeinde hatte zum Ergebnis, dass die „Spitze“ genutzt werden darf. Von nun an nahm die Planung Tempo auf. Es war ja auch Zeit. Die Frage war: Was brauchen wir und was ist finanziell machbar? Was wir brauchten, war schnell klar: größere Umkleiden, größere Schiedsrichter-Kabine, Toiletten am Sportplatz (übrigens auch ein Grund nahe am Fußballplatz zu bauen), eine Art Kiosk (als Ersatz für den bisherigen Verkaufsstand) und eine Überdachung, damit die Zuschauer nicht mehr im Regen stehen müssen. Alles dringende Notwendigkeiten. Unter diesen Vorgaben erstellte Architekt Georg Redelbach einen Plan, der Grundlage war für unser neues Servicegebäude. Es schien, als sei der Gordische Knoten durchschlagen. Zumal in einer außerordentlichen Generalversammlung am 31. März 2006 die Vereinsmitglieder der Verwirklichung zustimmten. Von den 69 Anwesenden plädierten 58 dafür, drei dagegen, acht enthielten sich der Stimme. Georg Redelbach stellte die Pläne vor und nannte eine Bausumme von 290. 000 Euro, falls sämtliche Arbeiten an Firmen vergeben würden. Burkhard Rickert, beim BLSV zuständig für den Sportstättenbau, klärte über Möglichkeiten auf, an Zuschüsse zu gelangen. Allen war klar, dass die Summe durch Eigenleistungen erheblich reduziert werden muss. Es gründete sich ein Bauausschuss mit Erich Schmitt als Bauleiter. Ihm gehörten ferner an: Dr. Klaus Dornbusch, Toni Hofmann, Edmund Liebler, Volker Seitz, Gudram Ferstl, Rita und Erich Waltert, Uli Väth und Peter Milker, der im Dezember 2006 leider verstarb und sich somit nicht mehr einbringen konnte. Bis zum ersten Spatenstich vergingen allerdings noch einige Monate. Denn es folgte eine Posse. In der Main-Post stand am 23. Juni 2007 die Überschrift „Zweimal Schwarzer Peter – der SV Erlenbach wartet seit einem halben Jahr auf die Baugenehmigung.“ Grob gesagt ging es darum, dass sich Landratsamt und BLSV nicht einigen konnten. „Das Landratsamt Main-Spessart will die Übernahme der Bürgschaft durch die Gemeinde Erlenbach anerkennen, allerdings nur unter der Bedingung, dass der BLSV einem vorzeitigen Baubeginn zustimmt und damit gleichsam eine Willenserklärung abgibt, die dem SV Erlenbach die Zuschüsse von Seiten des BLSV verbindlich sichert. Doch bislang weigerte sich der BLSV, einem vorzeitigen Baubeginn zuzustimmen, knüpfte diese aber seinerseits an eine Bedingung: Stimmt das Landratsamt der Bürgschaft durch die Gemeinde Erlenbach zu, wird die Freigabe für den vorzeitigen Baubeginn erteilt . . .“, war in der Zeitung zu lesen. Kurzum: Bürokratische Hindernisse verzögerten den Baubeginn noch einmal. Immerhin erhielten wir vorab eine Genehmigung für eine Teilbaumaßnahme – bis zur Fundament-Platte. Das war im Juni 2007. Und irgendwann später bekamen wir auch noch grünes Licht für das Gesamtprojekt. Ein Jahr hatten wir von da an Zeit für die Fertigstellung, ein Jahr nur, denn zum VG-Fußballturnier im Juli 2008 sollte das Werk vollendet sein. „Viele Hände schaffen ein rasches Ende“, lautete das Motto. Doch es hätte manchmal einiger Hände mehr bedurft, um den Baufortschritt zu beschleunigen. Häufig waren halt die gleichen Gesichter auf der Baustelle zu sehen, aber insgesamt betrachtet wurde dennoch ein großes Gemeinschaftswerk geschaffen. Immerhin wurden beinahe 5000 (!) Stunden von über 70 freiwilligen Helfern geleistet. Ein herzlicher Dank an alle. Ausdrücklich hervorgehoben werden muss an dieser Stelle die Leistung von Edmund Liebler. Seine unermüdliche Schaffenskraft verdient hohes Lob und große Anerkennung. Danke Edmund!
Veröffentlicht: 11.08.2008 Uli Väth
Weiterführende Links: Helferliste der am Bau beteiligten ...
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